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sinistra


Sinistra ist eine Mischung aus dunklem Ambient, Techno und Gedichten von Komponist Daniel Williams und Autorin Anne Seidel.

"Unser Ziel ist es, dem Ritual und dem Verborgenen entgegenzutreten und alles in eine warme klangliche und literarische Dunkelheit zu öffnen. Wir schreiben oder bereiten die Musik nicht für Titel oder Material vor. Alle Performances in der Kombination von Worten und Musik sind improvisiert." (Daniel Williams)

Anne Seidels (geb. 1988 in Dresden) erster Gedichtband Chlebnikov weint (2015) ist mehr als ein Tagebuch von realen oder imaginierten Reisen durch die russischen bzw. slavischen (Kultur)Landschaften. Er lässt Bilder aus der Gegenwart des postsowjetischen Europas und aus der stalinistischen bzw. nazistischen Vergangenheit aufeinanderprallen, und zwar mittels figurativer Konstellationen, die mit Benjamins „dialektischen Bildern“ vergleichbar sind. Der Band wird durch das Prinzip der Differenz und der Wiederholung, des Zyklus und der Variation, der An- und Abwesenheit strukturiert, deren Dialektik das hervorbringt, was Anne Seidel mit Mandelstam den „Augenblick des (Wieder)Erkennens“ nennt. Deshalb wird das Gedicht als „Form der Abwesenheit“ definiert. Anne Seidel distanziert sich somit von solchen Erinnerungsprojekten, die dazu tendieren, das heraufbeschworene Objekt durch die Last des Denkmals zu erdrücken. (Laurent Cassagnau)

Daniel Williams studierte Literatur an der University of Oxford und Musik an der University of Edinburgh und promovierte 2002. Er arbeitete lange Zeit mit der ehemaligen russischen Theatergruppe DEREVO zusammen, schrieb Musik für eine Reihe preisgekrönter Aufführungen und tourte durch alle auf der ganzen Welt mit vielen von ihnen. Als Komponist arbeitet er fast ausschließlich im Theater und insbesondere im Tanztheater. Zu den jüngsten Arbeiten zählen zahlreiche Kooperationen mit der Dresdner Kompanie Freaks und Fremde sowie eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem russischen Tänzer Valentin Tszin, sowohl als Solist als auch mit der Gruppe Das Gegenteil. Er trat viele Male mit verschiedenen Tänzern und Kompanien im Festspielhaus Hellerau in Dresden auf. Er trat als Solomusiker unter anderem auf zwei STFU-Festivals, Bandstand und zwei DAVE-Festivals sowie in Taiwan und Schottland auf. Unter seinem Künstlernamen Ghost Radio hat er drei Alben mit dem Label phonocake.org sowie Vinyl-Veröffentlichungen bei Lockertmatik. Zuletzt hat er für zwei Premieren im Festspielhaus Hellerau Soundtracks geschrieben und aufgeführt: “Flüchtige Körper” (04.2019) und “Rapid Cycling” (12.2019).


Phonocake Releases

 
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