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artist
elAstrum


Nach neun Jahren Netzmusik-Stille präsentierte elAstrum im Mai 2019 sein Album freqmod bei Kahvi und jetzt gleich sein Album e-Waves bei Phonocake. Er veröffentlichte bei den Netlabels Otium & Rain unter den Künstlernamen Astrum und elAstrum und veröffentlichte zudem drei Psy Noise Self-Releases auf Archive.org, ebenfalls unter dem Namen Astrum: * Crack * Dead Star & * Meta.

Bitte bleiben Sie auf dem Laufenden über seine neue Veröffentlichung sowie für ein Interview mit dem Künstler, hier, demnächst.

Discogs

Phonocake Releases

Discographie

Freqmod (free release at Kahvi)
FM Archive (free netaudio release at Otium)

Interview


Juli 2019

# ÜBER elAstrum - EINFÜHRUNG

Welchen Ort auf der Welt möchtest Du eines Tages sehen oder besuchen?

Ein Ort wie der in Danny Boyles Film "The Beach".

Gibt es einen Lieblingstag in der Woche für Dich?

Dieser Wochentag, der hier und jetzt ist, vor allem, wenn an diesem Tag alles gut geht. Und natürlich das Wochenende!

Welche sind derzeit Deine Lieblingsgetränke oder -gerichte?

Im Frühjahr - ein Salat aus jungen Brennesseltrieben, im Sommer - andalusischer Gazpacho und viel Chili, im Herbst - Kartoffeln mit Steinpilzen ohne Gewürze, im Winter - Knödel. Und Bier das ganze Jahr über ;)

Welche Momente können Dir Freude bereiten?

Vollständiges Verständnis, Einsicht. Und da ich ein Vertreter der biologischen Spezies des Homo aus der Gruppe der Primaten bin, ist mir keine menschliche Freude fremd ;)


# DEINE MUSIK

Bitte erzähle uns von Deiner Musik und Deinem Prozess beim Musizieren? Gibt es bestimmte Zeiten, zu denen Du gerne Musik machst?

Ich fange fast immer ohne Plan an, Musik zu machen. Ich finde einen interessanten Klang und suche dann nach der Melodie und dass der Rhythmus mit ihr in Einklang steht. Eine Ausnahme bilden die ersten vier Tracks des e-Waves-Albums, bei denen die gesamte Musik von der Harmonie und dem Klang der Funkrufe (radio calls) bestimmt wird, die mit diesen Tracks beginnen.
In der Regel mache ich am späten Abend und in der Nacht Musik. Manchmal, wenn eine "große Welle" passiert, kann ich es bis zum Morgen durchziehen, und bin dafür dann den ganzen Tag stumpf :)

Was ist deine "Musikgeschichte"? Wie bist du zu deinem bevorzugten Musikproduktionsstil gekommen?

Im Alter von sechs Jahren begann ich mich für das Geräusch von fliegenden Turbopropeller-Flugzeugen zu begeistern, von denen es damals noch eine ganze Menge gab. Oh, was für ein Geräusch das war! Ich könnte mir das stundenlang anhören! Seitdem bin ich Klangliebhaber und extrahiere den Klang aus allem, was mir in den Sinn kommt. Vom Hutkasten bis zur Wäscheleine, von der knarrenden Tür bis zu den Wassertropfen, die in den leeren Eimer fallen. Dann bekam ich meine erste Gitarre, die ersten Songs, spielte Trash Metal in einer lokalen Gruppe, war sogar ihre Band "Portwine" und die ganze Zeit wollte ich wirklich einen Synthesizer, aber es gab keine Möglichkeit, ihn zu bekommen. 1995 hatte ich einen Vierspurrecorder, einen 12-Kanal-Mixer und mehrere Effektpedale in der Hand. Da fing der Spaß an. Ich verlor meinen Job und verbrachte Tage damit, am Stadtrand herumzulaufen und verschiedene interessante Geräusche aufzunehmen. Da es damals noch keine Taschenrecorder gab, benutzte ich einen tragbaren Kassettenrecorder. Um nicht von den Batterien abhängig zu sein, adaptierte ich eine Motorradbatterie für den Strom, die einmal auslief und mit Säure meinen Rucksack verbrannte und auf die Ferse fiel. Ich hatte Glück, dass meine Hose überlebt hat :) . Und am Abend habe ich aus dem aufgenommenen Material Tonbänder erstellt. Es hat Spaß gemacht! So habe ich meine kindliche Lust am Klang befriedigt. Und dann kam eine neue Ära. Ich trat mit einem Computer in das 21. Jahrhundert ein. Für ein paar Jahre beherrschte ich die Arbeit mit Sound, Photoshop und der Anpassung des Computers. In den 2000er Jahren habe ich drei Alben im Stil der Ambient-Musik gemacht und war an einer Zusammenarbeit beteiligt. Und endlich kam ich meinem Kindheitstraum näher - einem Software-Synthesizer auf Basis des berühmten Yamaha DX7. Auf diesem Gerät schwimme ich bis heute und seine Fähigkeiten scheinen unzählig zu sein. Aus all dem können wir schließen, dass alle unsere Neigungen und Abhängigkeiten von der frühen Kindheit an wachsen und wir diese Kinder bis zum Ende bleiben:)
Wo kommt der Stil her? Ich weiß nicht, aber denke mal aus der Kindheit (Jarre, Kraftwerk). Aber der Stil ändert sich ständig, es gibt nur die Handschrift, die sich verbessert.

Kannst Du uns mehr über die "Funkrufe" erzählen, die Du in den ersten Liedern benutzt? Ich bin mir nicht sicher, ob ich verstehe, was ein "Funkruf" ist.

Es ist das Rufzeichen des Radiosenders. Dies ist ein kleines melodisches Fragment, das ein Erkennungszeichen des Radiosenders ist. Zum Beispiel hatte die Deutsche Welle früher ein sehr schönes Rufzeichen. Und ich mochte das Rufzeichen der BBC nie.

Würdest du deine Musik gerne vor einem größeren Publikum spielen, live?

Ich sehe keinen Sinn darin. Das Konzert ist eine Show, und ich bin kein Showman oder gar Musiker, sondern ein Sound-Designer. Vor einigen Jahren hatte ich die Möglichkeit, mein musikalisches Programm mit einem eigenen Video im städtischen Planetarium zu zeigen, aber ich konnte nicht einmal ein Viertel der Tickets verkaufen, um die Miete zurückzuzahlen. Seitdem habe ich nicht einmal mehr an Live-Konzerte gedacht.


# MUSIK IM NETZ

Möchtest Du einige Gedanken über die heutige oder frühere Situation der Musik im Internet schreiben?

Im Internet über Musik sind alle heute sehr gut, viel besser als vor 10 Jahren. In den letzten Jahren hat sich Bandcamp zu einem der größten Musikzentren der Welt entwickelt, wo man Musik für jeden Anlass finden kann.

Gibt es Netlabels oder andere Künstler im Netz, die Du empfehlen würdest?

In letzter Zeit gefallen mir Ochre, Blochemy, BLN (alias Brazda Lui Novac), All India Radio der vergangenen Jahre (Ambient Art von Surfmusik), Planet Mu Label, Kahvi Collective und natürlich Phonocake, mit Künstlern wie Mikk Rebane und Palagran.

Whats up in Deiner kosmischen Stadt? oder Musik / eventmäßig in Deinem Land?

Kaluga ist ein echter Sumpf im kulturellen Sinne und hier passiert nichts, nur die Herden der einfachen Menschen weiden friedlich vor sich hin. In ganz Russland ist es ungefähr das Gleiche, mit den Ausnahme der Metropolen Moskau und St. Petersburg.

 
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